Runder Tisch 4: Innenstadterschließung

Der Termin für den nächsten Runden Tisch “Innenstadterschließung”:
Am 4. März um 18:00 Uhr in der Kantine des Rathauses.

Weitere Informationen wie immer auf den Webseiten der Stadt Buchholz…

 

Ein Gedanke zu „Runder Tisch 4: Innenstadterschließung

  1. Shared space,
    „eine Gestaltungsphilosophie, die von Befürwortern oft in hohem Maß überzeichnet wird, andererseits die Erwartungen bei den betroffenen Verkehrsteilnehmern, insbesondere den „schwächeren“ Verkehrsteilnehmern, in gleichem Umfang steigert“.
    So sieht es auch die deutsche Verkehrswacht.

    Bei dem letzten „Runden Tisch“ des Mobilitätskonzeptes (Innenstadtplanung) wurde versucht, den Teilnehmern eine weitere Störung des fließenden Verkehrs in der Kirchenstraße schmackhaft zu machen.
    Verkehrsplaner Haller von SHP stellte zu Beginn das Konzept des „shared space“, also des gemeinsam genutzten Verkehrsbereichs anhand eines harmonisch verlaufenden Zeichentrickfilms und einiger Ausschnitte von Verkehrsüberwachungskameras mit eingeschränkten Blickwinkel vor.
    Die wichtigste Voraussetzung hierfür bildet die Aufhebung des Trennungsprinzips der Verkehrsteilnehmer. Es ist unter Verkehrsplanern unstrittig, dass gerade in Deutschland bereits eine Vorstufe von „shared space“, nämlich der nach dem Mischprinzip organisierte „verkehrsberuhigte Bereich“, oft nicht funktioniert.
    Diese Bereiche sollten nicht eingerichtet werden, wenn der Kraftfahrzeugverkehr eine deutliche Dominanz im Straßenraum besitzt, die einem gleichberechtigten Miteinander aller Verkehrsarten entgegen steht, was in der Kirchenstraße unumstritten der Fall ist. Außerdem ist der Bereich zu lang.

    Warum also solch ein manipulierender Auftakt an diesem Abend?

    Auf der gemeinsamen Tagung der Petra-Kelly-Stiftung und des Berufsverbandes der Stadt und Raumplaner, am 8. März 2012 in Würzburg, erklärte Haller, das die Probleme dieses Konzeptes im Gestaltungsansatz für Kinder, Ältere und Behinderte liegen. Es ist unklar, wie Rechte von Fußgängern, von älteren und behinderten Menschen sowie Kindern in diesem Prinzip gesichert werden können.
    Die Ideologie des „shared space“ setzt das Funktionieren eines rücksichtsvollen Verhaltens aller Verkehrsteilnehmer voraus. Der Erfahrungsbericht der Stadt Duisburg zum Opernplatz, Hallers aufgeführten Beispiel , trifft aber die Aussage, dass Radfahrer nur wenig auf den Autoverkehr achten und den Platz ohne Blickkontakt kreuzen.
    Diese Punkte fanden im Buchholzer Rathaus leider keine Erwähnung an diesem Abend.

    Wie die deutsche Verkehrswacht feststellt, sind „die von den „shared space“ – Anwendern veröffentlichten positiven Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit bislang wenig überzeugend, weil in der Regel keine oder nur sehr kleine Unfallzahlen anstehen und bei Wirksamkeitsaussagen keine Kontroll- bzw. Vergleichsgruppen betrachtet werden“.

    Auch fordert die Unfallforschung der Versicherer „keine „Shared-Space-Projekte“ bei hoher Verkehrsbelastung, insbesondere hohem Durchgangs- und Schwerlastverkehr“.
    Fazit:
    Ein „shared space“ für die Kirchenstraße in Buchholz, kann nicht die Lösung für dieses künstlich erzeugte Nadelöhr sein. Durch o.e. Ungleichgewicht der Verkehrsteilnehmer, sind die Risiken für Fußgänger, besonders Behinderte und kleine Kinder einfach zu groß. Zusätzlich würde hier noch mehr der fließende Verkehr gestaut, da in diesem Bereich ein Tempo von ca.10 – 15 Km/h für KFZ und LKW anzusetzen wäre.

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