Barrierefrei

Gehbehinderte, insbesondere Rollstuhlfahrer und auf Gehhilfen angewiesene Menschen, sind die Verkehrsteilnehmer mit den stärksten Einschränkungen. Eine Verbesserung der Barrierefreiheit erfordert andere Gehwege, Fußgängerbereiche und Übergänge. Welche Defizite und Verbesserungsmöglichkeiten sehen Sie hier in der Buchholzer Innenstadt, den Wohngebieten und den Ortsteilen?

Teilen Sie Ihre Ideen mit, z.B. in Bezug auf

  • Zustand und Ausbau der Fußwege;
  • Brücken und Übergänge;
  • Fußgängerzonen- und Ruhebereiche;
  • Nutzbarkeit des ÖPNV;
  • sonstige Kritik, Anregungen und Ideen.

8 Gedanken zu „Barrierefrei

  1. Kontrastreicher Verkehrsraum
    In Buchholz gibt es, z.B. und Stellvertretend, an der Steinbecker Straße einen grauen Fußweg, daneben einen grauen Radweg und auch der Asphalt der Straße ist eher grau. Mehr Kontrast würde die Eindeutigkeit des jeweiligen Verkehrsraumes heraustellen und somit die Sicherheit für alle und vor allem Behinderten Menschen erhöhen.

    Leitstreifen
    Diese wären vor allem im Zentrum angebracht. Sie dienen Sehbehinderten Menschen als Orientierungshilfe. Weisen sowohl gehbehinderten als auch gesunden und älteren Menschen den kürzesten Weg zu wichtigen Einrichtungen, z.B. vom Bahnhof zum Rathaus. Sorgen darüber hinaus durch verschiedene, durch unterschiedliche Oberflächenstrukturen gekennzeichnete, Felder (Aufmerksamkeitsfeld, Richtungsfeld, Sperrfeld, Begrenzungsstreifen, etc.) für erhöhte Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. Rippenplatten, Noppenplatten und Borde müssten dafür verwendet werden. Auch Kinder und Mütter mit Kinderwagen würden durch visuelle Leitsysteme profitieren.

    Borde
    An einigen Stellen sind in B. sehr markanta Absätze zu überwinden, dies kann gerade an Straßenüberquerungen für Menschen mit Gehhilfen, Rollator oder Rollstuhl zu großen Schwierigkeiten führen. Empfohlen wird eine maximale Bordhöhe an solchen Stellen von nicht mahr als 3cm.

    Infotafeln
    Es müsste an einigen Stellen, Bahnhof, Bushaltestellen, Parkhäusern, Infotafeln mit Stadtplan, Hinweisen auf Rathaus, Krankenhaus, usw. aufgestellt werden. Die Angaben sollten auch in Brailleschrift angebracht sein. Wo ist was, kurze Wege oder Möglichkeiten Ziele auch mit dem Bus zu erreichen.

    Wegweiser
    Die Wegweiser müssten so stehen, dass sie zuwegbar sind. An ihnen sollten die Informationen ebenfalls in Brailleschrift angebracht werden.

    Füßgängerzone
    In der Fußgängerzone wären die Leitstreifen zu verlegen und an den Zugängen Infotafeln aufzustellen. Die Fläche ist Landschaftplanerisch ansehnlich gestaltet. Jedoch stellen Kopfsteinpflasterrinnen und einige Elemente der optischen Gestaltung ebenfalls durch Kopfsteinpflaster, potentielle Gefahrenquellen da. Sie sind Stolperfallen und für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehhilfen nur mühsam zu überwindende Hindernisse.

    Spielplätze
    Auch an Spielplätzen muss an Kinder mit Behinderungen und in Rollstühlen gedacht werden. Meist führen, gut begeh- und mit Rollstühlen auch befahrbare Wege hin, doch dann stehen die Spielgeräte im Sand, so dass es nicht möglich ist für manche Kinder dort ohne Hilfe zu den anderen Kindern und den Geräten zu gelangen. Kunsstoffbahnen (Tartanbahn) können da abhilfe schaffen. Aufagben auch für die Spielplatzpaten!

    Kreuzungen/Straßenquerungen
    Gerade hier sollten deutlich sichtbare und abgegrenzete Verkehrsräume geschaffen werden. Durch optisch klar erkennbare Linien wird auch Kindern die Teilnahme am Straßenverkehr erleichtert. Wird Konflikpotential zwischen Fußgängern und Radfahrern minimiert. Müssen die Borde konsequent abgesenkt werden und wenn genug Platz ist Querungshilfen im Mittelbereich der Straße (manch einem ist die Straße mit bis zu acht Metern auch zu breit um sie in einem Zug zu überqueren, bei Verkehr ohnehin) angeboten werden. An Ampeln sollte es auch akustische Signale geben, diese helfen bei schwierigen Lichtverhältnissen auch gesunden Menschen sicher über die Straße zu gelangen.

    Bushaltestellen
    Bushaltestellen sollten, wie am Kattenberge gerade umgesetzt, auf jeden Fall eine Gehwegerhöhung vorweisen, das erleichert den Zugang zum Bus. Ebenfalls müssten Informationen für Fahrgäste dort angebracht werden und in Brailleschrift ergänzt.

    Taxirufanlage
    An strategisch wichtigen Punkten (Rathaus, Einkaufspassagen, Endpunkten der Fußgängerbereiche) sollten Taxirufsäulen aufgestellt werden, nicht jeder hat eine Nummer eines Taxiunternehmens in seinem Mobiltelefon gespeichert oder gar eins zur Hand.

    Parkraum
    Großzügig angelegte Parkplätze am Rand der Stadt mit Busanbindung. In Zentrumsnähe praktisch an den Straßen, wie Neue Straße und Linden Straße nur noch Parkraum für Menschen mit Handicap und bestenfalls Zulieferer. Parkende Autos am Straßenrand, zum Teil noch auf Geh- und Radwegen beeinträchtigen das Sichtfeld und machen Fußwege unnötig eng. Sie stören den fließenden Verkehr durch Ein- und Ausparkvorgänge. Situationen zwischen den Autos (z.B.: spielende Kinder, plötzliches Autotüröffnen) können nicht eingesehen werden.

    Zwei Sinne Prinzip
    An jeder potentiellen Gefährdungsstelle im Verkehr sollten wenigstens Zwei Sinne durch die Maßnahmen zur Verkehrssicherung angesprochen werden. Sehen fällt bei Dunkelheit auch den nicht Sehbehinderten schwer, also, es muss für ausreichend Beleuchtung gesorg werden. Hören (siehe akustische Signale an Ampelschaltungen) und Tasten (Brailleschrift wären die weiteren)

    Bedürfnisse von Kindern im Straßenverkehr
    Hiermit wird noch einmal unterstrichen wie wichtig eindeutig, kontrastreich abgegrenzete Verkehrsräume sind. Sicherheitsbereiche, kleine Kinder reißen sich von der Hand eines Elternteils los und dürfen dann nicht sofort auf der Straße stehen. Haltestreifen die deutlich machen wo Gefahrenbereiche sind. Eindeutige Symbole auf den Wegen aufgebracht sind auch für Kinder, des Deutschen nicht mächtigen ausländischen Mitmenschen, eine Hilfe.

    öffentliche Toiletten
    WC-Anlagen sollten unbedingt sauber sein, rollstuhlfahrergerecht und natürlich durch Hinweisschilder gut ausgewiesen werden. Gegebenenfalls müssen zusätzliche installiert werden.

    Parkanalagen
    Auch hier gilt es den Anforderungen von behinderten Menschen gerecht zu werden. Auch hier können, wie oben bereits erwähnt, Leitspuren, sichere Spielgeräte, WC-Anlagen, etc. installiert werden

    • Das ist ja alles schön und gut, aber meiner Meinung nach für die wenigen Menschen, denen das Meiste von ihnen aufgezählte wesentlich weiterhelfen könnte, viel zu aufwändig und zu teuer. So viele gehandicapte Menschen gibt es nun auch wieder nicht, dass es rechtfertigen würde sämtliche Parkplätze in der Innenstadt zusperren und nur für Behinderte nutzbar zu machen und alle anderen müssen außerhalb parken. Da wäre es ja sinnvoller den StadtBus etc. für die eingeschränkten Bürger attraktiver zu machen.

      • Natürlich geht es nicht darum, sämtliche Parkplätze in der Innenstadt zu sperren. An Straßen wie „Neue Straße“, „Kirchenstraße“ und „Hamburger Straße“ sind es aber auch die ein- und ausparkenden Fahrzeuge, die den fließenden Verkehr behindern und somit ebenfalls zu dem gefühlten Stau in Buchholz beitragen. Durch diese Vorgänge wird der Verkehr gebremst und möglicherweise wird dann die eine oder andere Grünphase an der nächsten Ampel verpasst.
        Natürlich erhöht auch das erweiterte Sichtfeld die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Es gibt bewirtschafteten Parkraum in Buchholz und es gibt auch sicherlich Potential diesen weiter auszubauen.
        Das meiste würde auch allen nicht gehandicapten Menschen weiterhelfen, da
        – die Maßnahmen zur Barrierefreiheit Gefahrenquellen beseitigen und
        – die Sicherheit erhöhen,
        – alle Mitbürger bei der Orientierung unterstützen,
        – das Stadtbild lebendig gestalten und
        – mir als relativ jungen und gesunden Menschen das gute Gefühl geben, dass ich auch dann noch am Leben der Stadt teilnehmen kann, sollte ich durch Unfall, Krankheit oder altersbedingt gehandicapt sein.

  2. Mir ist ebend gerade etwas eingefallen,als ich die Baumwolltasche ausgepackt hatte.

    Als Fahrgast hat man mitunter keine Tasche nach dem Einkauf parat,obwohl der einkauf zu viel wäre für die ,,Arbeitstasche“.
    Hier wäre ein System von den Einzelhändlern in Buchholz als Test einzuführen,um die Barrierefreiheit zu gewährleisten.

    Wie stelle ich mir dieses System vor:
    1.
    Es wird eine Baumwolltasche für ?? gekauft.
    2.
    Bei jedem Einkauf wird die Baumwolltasche mit einem Guthaben,aus dem Einkauf verrechnet.
    3.
    Die Kennzeichnung der Baumwolltasche bis zur Null erfolgt mit dem RFID-System
    (Auslesen/Einlesen).
    4.
    Alle Gewerbetreibenden machen mit
    (Lesegeräte werden durch Sponsoring/Zuschüsse gekauft).

    Durch diese Vier Maßnahmen würde der Anreiz der Widerverwendung gesteigert werden und die Kunden neu gewonnen werden.

    • Und wenn ich die gekaufe Tasche auch nicht dabei habe???
      Einfacher ist es, ein, zwei Baumwollbeutel in der Arbeitstasche zu haben. 😉

  3. Erstaunlich, dass sich hier so wenige zum Thema Barrierefreiheit geäußert haben.

    Buchholz ist in der komfortablen Position, ein sehr gutes Stadtbus-Netz aufgebaut zu haben. Alle Busse, die auf den Linien 4101, 4102 und 4103 verkehren sind Niederflurfahrzeuge und für die Mitnahme mobilitätseingeschränkter Fahrgäste sehr gut geeignet.

    Probleme bereiten manchmal die Regionalbuslinien, also zum Beispiel die 4244 nach Harburg oder die 4207 nach Jesteburg – Hanstedt – Egestorf. Auf allen Regionalbuslinien kann es vorkommen, dass noch alte Hochflurbusse eingesetzt werden, die für Fahrgäste mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen nicht oder nur bedingt geeignet sind. Die KVG verfügt zwar aber ausreichend Fahrzeuge, um die wichtigsten Linien mit Niederflurfahrzeugen zu bedienen, sie sieht sich allerdings nicht in der Lage, zuverlässig auf den Hauptlinien ausschließlich behindertengerechte Busse einzusetzen. Die KVG begründet dies mit einer nicht zumutbaren Einschränkung ihrer Dispositionsfreiheit. Die zwischen dem Landkreis Harburg als Aufgabenträger und der KVG Stade abgeschlossenen Verkehrsverträge beinhalten erstaunlicherweise im Hinblick auf die Barrierefreiheit keine wirksamen Qualitätsvorgaben.

    Für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) verfügt Buchholz über vier Verkehrsstationen: Buchholz, Sprötze, Holm-Seppensen und Suerhop. Der Bahnhof Buchholz sowie der Haltepunkt Holm-Seppensen wurden barrierefrei ausgebaut. Für Sprötze gilt, dass nur das Gleis 1 (Züge in Richtung Tostedt) stufenfrei erreichbar ist. Eine Stufenfreiheit der Gleise 2 und 3 kann leider nur mit erheblichem Aufwand hergestellt werden. Sie ist derzeit nicht vorgesehen.

    In Suerhop ist der Bahnsteig extrem tief. Suerhop ist die einzige Bahnstation an der Heidebahn, die laut erixx GmbH für Rollstuhlfahrer überhaupt nicht geeignet ist. Erforderlich ist der Bau einer neuen Bahnsteigkante mit einer Höhe von 55 cm, wie dies in Holm-Seppensen ausgeführt wurde. Die Eingänge der erixx-Triebwagen sind auf eine Bahnsteighöhe von 55 cm optimiert. Die Barrierefreiheit in Suerhop wäre also mit geringem Aufwand unkompliziert und schnell herzustellen. Im Nahverkehrsplan für den Landkreis Harburg wird der barrierefreie Ausbau von Suerhop gefordert. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) lehnt dies als Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr strikt ab, weil sie mit der Schließung des Haltepunktes Suerhop in drei oder vier Jahren liebäugelt.

    • Stimmt,
      Suerhop ist natürlich ein Problem.

      Die örtlichen Politiker/Akteure sollten ihren Druck in Hannover aufbauen.
      Sprich:Jeden Tag anrufen,warum keine Bahnsteigerhöhung dort kommt.

  4. Moin,

    da fällt mir doch spontan der Bahnhof Sprötze ein.
    Rollstuhlfahrer und Kinderwagen+Mutter und Menschen mit schwerem Gepäck haben dort Probleme,da kein Fahrstuhl vorhanden ist.
    Die Bahnsteiglänge ist sehr lang.
    Sehr gut für eine ideale Lösung mittels einer Seitenrampe
    ————————Bahnsteig——————————–\_Tunneltreppen__W
    ————————Bahnsteigmitte————-___Tunnelrampe_________E
    ————————Bahnsteig——————————–/ G
    Aufgrund der Bahnsteiglänge ist die oben dargestellte Lösung möglich,mit der Einhaltung der 6-Prozent(?) Regelung.
    Wartungskosten für einen Fahrstuhl fallen auch nicht an.
    Dies ist eine billige Variante.
    Für folgende Haltestellen wäre es auch noch ideal:
    Hittfeld(nicht in der Gemeinde Buchholz).

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